Die
"Schnupftabakfabrik" ist ein denkmalgeschützter
Gebäudekomplex im Herzen von Regensburg. Zwölf Gebäude
sind im Laufe der Geschichte zu einem Ensemble
zusammengewachsen und sind Teil des von der UNESCO
geschützten Weltkulturerbes in Regensburg.
Die Ursprünge reichen
weit in das Mittelater zurück. Im 12. bzw. 13. Jahrhundert errichteten zwei vermögende
Kaufmannsfamilien (Zant und Neuffer) nebeneinander ihre
Stadtburgen, das Zanthaus (13.Jh.)und das sog. Ingolstetter-Haus (12.Jh.), mit zugehörigen Erweiterungsbauten. Im Bereich des Zanthauses gab es Vorgängerbauwerke, zwei romanische Patrizierburgen, die hochgotisch verändert wurden, mit je einem Wohnturm zur Gesandtenstraße.
Später residierten hier, in der
"Gesandtenstraße", auch Fürsten und Herzöge, die
Gesandten des immerwährenden Reichstages, z.B. die venezianische Gesandtschaft im Ingolstetter-Haus bzw. Fürst
Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis (1771) im Zanthaus.
Er verkaufte
den Gebäudekomplex an die Brüder Bernard, die dort seit 1812 Schnupftabak produzierten. Die Produktion lief so gut, so dass 1899 das benachbarte Ingolstetter-Haus zugekauft und integriert wurde. Im 20. Jh. wurde die Produktion in
den Regensburger Vorort Sinzing verlagert, bis heute.
Nach jahrzehntelangem "Dornröschenschlaf" wurde
das Denkmal aufwändig saniert und steht seit 2006 sowohl der Öffentlichkeit als auch privaten Nutzern offen.
In der Nordostecke
hat im Februar 2008 ein Museum eröffnet, das "document
Schnupftabakfabrik", in dem die Industriegeschichte des
Gebäudekomplexes gezeigt wird.